if($follow){ echo ""; }else{ echo ""; } Geodaten und ihre Möglichkeiten

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Geodaten und ihre Möglichkeiten

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Tags: Geoscoring Geodaten

Geodaten und ihre MöglichkeitenWer an Geodaten denkt, der bringt das zunächst einfach mit der geographischen Beschreibung eines Punktes auf der Erdoberfläche in Verbindung. Etwas anderes sind Geodaten eigentlich nicht. Geodaten bestehen aus Longitude und Latitude, vielleicht noch die Höhe über dem Meeresspiegel. Inzwischen kann jeder eine beliebige Adresse kartographisch auf Google Maps darstellen. Wir können Entfernungen berechnen und sogar ganze Routen planen. Mit Hilfe von Geodaten lassen sich leicht die Zeiten für den Sonnenaufgang berechnen und über Geodaten lässt sich auch eine Umkreissuche realisieren.

Aber Geodaten, die man mit anderen Daten kombiniert können nicht nur gegen bestehende Datenschutzverordnungen verstoßen, sondern ganz und gar diskriminierend sein. So lassen sich Geodaten von Städten beispielsweise mit den Einwohnerzahlen der Städte verknüpfen und sehr schön graphisch aufbereitet in einer Karte darstellen.

Datenverknüpfungen finden sich überall im Alltag

Denkbar sind alle möglichen soziodemographischen Daten, die man einfach mit Geodaten verknüpft zur Kartendarstellung nutzen kann. Das kann beispielsweise auch die Schuldnerquote in einer bestimmten Postleitzahl sein. Allein das reicht schon, um bestimmte Regionen positiv, oder negativ dar zu stellen. Weitere denkbare Kombinationsmöglichkeiten wäre der Anteil der Bezieher von Leistungen nach dem 2. Sozialgesetzbuch. Hat man genügend Daten, dann kann man Regionen mit einer Bevölkerung identifizieren, die der sozialen Unterschicht zugeordnet werden kann. Und es lassen sich eindeutig Regionen identifizieren, in der die soziale Oberschicht lebt. Wir kennen solche Darstellungen, wenn es um die wachsende Armut in Deutschland geht. Immer dann geht ein Aufschrei durch die Bevölkerung und caritative Organisationen nehmen Stellung und platzieren Forderungskataloge in den Medien.

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Vom Schuldneratlas bis zum Geoscoring

An die Kartendarstellung von soziodemographischen Daten haben wir uns längst gewöhnt. Deutschlandkarten von Regionen mit hoher Kriminalität, Karten mit den Mietpreisen, oder der Schuldneratlas von Creditreform. Längst begleiten uns solche Kartendarstellung im Alltag. Aber die Verknüpfung von Daten kann noch weiter gehen. Als kleineste Einheit einer Region kann man auch eine Adresse verwenden und diese, wie oben beschrieben, mit den öffentlich zugänglichen Daten verknüpfen. Mit einer Adresse lassen sich leicht Personen verknüpfen. Und schon kann man relativ treffsicher Aussagen zum Verhalten einer einzelnen Person machen. Das ist längst gängige Praxis und wird in vielen Bereichen angewendet. Über Algorithmen können Korrelationen gefunden werden. Und jeder Statistiker weiss, dass Korrelation noch lange nicht Kausalität bedeutet. So lassen sich beispielsweise Vorhersagen für die Wahrscheinlichkeit, dass jemand seinen Kredit pünktlich bezahlt, berechnen. Geoscoring nennt sich das Verfahren. Hier werden die Daten diskriminierend, denn zahlt der Nachbar seine Handyrechnung nicht, erhält man selbst keinen Handyvertrag, weil man einen schlechten Geoscore hat.
Frank Bindmann
Frank Bindmannhat ursprünglich Medizinpädagogik an der Martin-Luther Universität in Halle studiert. Herr Dipl. med. paed. Frank Bindmann ist seit 1999 im Netz unterwegs, alleinerziehender Vater einer inzwischen volljährigen Tochter und heute Geschäftsführer eines Reiseunternehmens für Alleinerziehende. Er schreibt unter anderem für diesen Blog, hauptsächlich zu den Themenfeldern Geomarketing und Direktmarketing. Frank Bindmann